Preise und Rechnungen

Informationen zu Strom- und Gaspreisen für Haushaltskund*innen

Preiserhöhung - Was kann ich tun?

Wenn Ihr Energielieferant den Preis erhöhen will, muss er sich an bestimmte Vorgaben halten.

Die im Vertrag vereinbarte Preisanpassungsklausel

In den AGB Ihres Energieliefervertrags ist grundsätzlich auch eine Klausel enthalten, die die Bedingungen bei einer Preisanpassung regeln. Diese Klausel kann ganz unterschiedlich formuliert sein.

Zwei verschiedene Regelungen sind jedoch typisch:

  • Die „normale Preisanpassungsklausel“: In diesem Fall kann der Energielieferant nach eigenem Ermessen einseitig die Preise ändern.
  • Die sogenannte „separierte Preisanpassungsklausel“: Der Energielieferant regelt hoheitlich bedingte Preisanpassungen (beispielsweise im Falle von Änderungen der Steuer, Umlagen oder Abgaben) gesondert. Wenn sich diese Preisbestandteile ändern, muss diese Änderung "eins zu eins" weitergegeben werden – sowohl bei Erhöhungen als auch bei Senkungen. Der Lieferant hat darauf keinen Einfluss.

Es gibt bereits einige Gerichtsentscheidungen zur Formulierung von Preisanpassungsklauseln in Energielieferverträgen. Mehrere Klauseln waren unzureichend und damit unwirksam. Ob die spezielle Klausel in Ihrem Vertrag rechtmäßig ist, kann letztlich nur ein Gericht entscheiden.

Hinweispflicht bei einer Preiserhöhung

Der Energielieferant muss Sie rechtzeitig über die Änderung der Preise informieren – unabhängig von der vereinbarten Preisanpassungsklausel (s.o.).

Transparenz von Preisänderungsschreiben

Versteckte, intransparente und nicht verständliche Strom- bzw. Gaspreiserhöhungen sind nicht erlaubt. Sie haben dann das Recht auf eine Sonderkündigung (wie im nächsten Punkt beschrieben).

Sonderkündigungsrecht im Falle einer Preisänderung

Wenn Ihr Energielieferant die Preise erhöhen will, können Sie grundsätzlich den Vertrag kündigen, egal wie lange er eigentlich noch läuft.

Ausnahme:
Wenn in Ihrem Energieliefervertrag eine separierte Preisanpassungsklausel vereinbart ist (s.o.) und es sich um eine hoheitlich bedingte Preisanpassung handelt, haben Sie ausnahmsweise kein Sonderkündigungsrecht.

Die Kündigung müssen Sie spätestens vor dem Datum einreichen, zu dem die Preisänderung eintreten soll. Allerdings sollten Sie die Kündigung und die Beauftragung eines neuen Lieferanten so schnell wie möglich vornehmen, weil die Abwicklung der Kündigung und der Lieferantenwechselprozess einige Tage dauern kann. 

Wenn Sie unsicher sind, ob die Preiserhöhung zulässig ist, sollten Sie sich umgehend bei Ihrem Lieferanten in Verbindung setzen und ggf. vorsorglich den Vertrag kündigen. So können Sie etwaigen Streitigkeiten bei der Abrechnung vorbeugen.

Falls Sie in der Grundversorgung sind, können Sie - unabhängig vom Sonderkündigungsrecht - den Vertrag jederzeit mit einer Frist von nur zwei Wochen beenden.

Bitte berücksichtigen Sie, dass seit dem 14.08.2020 diese Regelung ausnahmsweise dann nicht gilt, wenn Ihr Energielieferant die Anpassung der Umsatzsteuer unverändert an Sie weitergibt. Weiteres dazu

Wie erkenne ich eine versteckte Preiserhöhung?

Dies kann auf eine versteckte Preiserhöhung hindeuten

  • Form des Schreibens: Die Preisänderung ist als Werbeflyer getarnt.
  • Betreff: Die Überschrift ist allgemein gehalten und gibt keinen Hinweis auf eine Vertragsänderung.
  • Sie werden nicht auf Ihr Sonderkündigungsrecht hingewiesen.
  • Im Text

    Der Text ist sehr positiv und allgemein formuliert und verleitet Verbraucher*innen dazu, ihn nur kurz zu überfliegen, weil keine wichtigen Informationen erwartet werden.

    Die Preiserhöhung wird erst kurz vor Ende bzw. auf der letzten Seite des Schreibens erwähnt.

    Die Preisänderung ist im Fließtext eines mehrseitigen Textes ohne Hervorhebung (z.B. in Großschrift oder in fett) angekündigt

    Im Text wird nicht eindeutig von einer Preiserhöhung gesprochen, stattdessen wird die Preiserhöhung umschrieben oder sogar gleichbleibende Preise versprochen.

    Das Schreiben enthält widersprüchliche Formulierungen (z.B. Schutz vor Preiserhöhungen, Preisgarantie, sehr attraktive Konditionen)

So gehen Sie vor

  • Lesen Sie jedes Schreiben Ihres Energieversorgers aufmerksam durch – auch wenn es nach Werbung aussieht.
  • Bei einer Preiserhöhung können Sie Ihren Vertrag ohne Einhaltung einer Frist und mit dem Hinweis auf Ihr Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt der Preiserhöhung kündigen. Nutzen Sie dafür unseren Musterbrief.
  • Bei Kündigungen wegen Preiserhöhungen sollten Sie diese Kündigung bei Ihrem Versorger selber vornehmen und sie nicht dem neuen Lieferanten überlassen (wie es sonst beim Lieferantenwechsel empfohlen wird). Sie stellen damit sicher, dass die Kündigung fristgerecht beim Lieferanten eingeht.
  • Die Kündigung sollten Sie immer per Einschreiben/Einwurf schicken und auf eine Bestätigung der Kündigung bestehen.
  • Suchen Sie sich rechtzeitig nach der Kündigung einen neuen Energielieferanten. Ansonsten fallen Sie nach Vertragsende in die Grundversorgung.

Sie entdecken die Preiserhöhung erst in Ihrer Rechnung

In vielen Fällen entdecken Verbraucherinnen und Verbraucher die bereits erfolgte Preiserhöhung erst, wenn sie ihre Jahresabrechnung kontrollieren und höhere Arbeits- und/oder Grundpreise feststellen.

  • Prüfen Sie die in den letzten 15 Monaten erhaltenen Schreiben (auch E-Mails) Ihres Energieversorgers, ob Sie eine Preiserhöhung übersehen oder eine versteckte Preiserhöhung erhalten haben.
  • Beschweren Sie sich schriftlich bei Ihrem Versorger, dass Ihre Abrechnung falsche Preise enthält und auf welchen Rechnungsbetrag Sie kommen. Nutzen Sie unseren Musterbrief. Wird Ihrer Beschwerde nicht abgeholfen, können Sie ein Schlichtungsverfahren einleiten.
  • Eventuell bietet Ihnen Ihr Energielieferant einen Vergleich an. Wenn Sie das Vergleichsangebot nicht annehmen möchten, können Sie der Rechnung auch nachträglich mit Verweis auf § 41 Abs. 5 EnWG widersprechen.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie zu einem anderen Versorger wechseln möchten. Hier finden Sie Hinweise zum Lieferantenwechsel.

Preisgarantie (vertragliche Preisbindungsklausel)

Was ist eine Preisbindungsklausel?

Eine Preisbindungsklausel kann in Ihrem Vertrag festgelegt sein und bindet den Energielieferanten für einen bestimmten Zeitraum an den im Vertrag festgesetzten Preis.
Der Energielieferant kann die Dauer der Preisbindung und die enthaltenen Preisbestandteile, auf die sich die Klausel bezieht, beschränken. Bitte beachten Sie daher genau die vereinbarten Bedingungen der Preisgarantie in Ihrem Vertrag.

Hinweis: Preisbindungsklauseln beziehen sich in der Regel nur auf einige Preisbestandteile. Ändert sich ein Preisbestandteil, der nicht von der Klausel umfasst ist, kann es trotz Preisgarantie zu einer Änderung des Preises durch den Energielieferanten kommen.

Wie ist die Preisgarantie in den AGB geregelt?

Energielieferanten garantieren in der Regel keine Preisbindung aller Preisbestandteile. Der Energielieferant kann sich beispielsweise eine Preisänderung vorbehalten, wenn sich Kosten verändern, auf die er keinen Einfluss nehmen kann.

Ihre Preisgarantie bezieht sich dann nicht auf Preisanpassungen, die auf der Veränderung der nicht beeinflussbaren Kostenbestandteile (s.u.) basieren.
Allerdings steht Ihnen als Verbraucher nach einer solchen Preisanpassung in der Regel die Möglichkeit der Sonderkündigung zu (§ 41 Abs. 5 EnWG).

Woraus setzt sich die Preisbindungsklausel zusammen?

Eine Preisgarantie ist in der Regel auf die Preisbestandteile beschränkt, die der Energielieferant beeinflussen kann (sog. eingeschränkte Preisbindungsklausel). Allerdings kann sie darüber hinaus auch weitere Preisbestandteile (wie z.B. das Netzentgelt) umfassen.

Beeinflussbare Kostenbestandteile:
  • Beschaffungskosten (Erzeugung oder Einkauf der Energie)
  • Vertriebskosten
  • Gewinn-Marge
Nicht beeinflussbare Kostenbestandteile:
  • Steuern (Strom-/ Energiesteuer, Umsatzsteuer)
  • Abgaben
  • Umlagen (z.B. die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage)
  • Netzentgelt
  • ggf. Entgelt für Messstellenbetrieb

CO2-Bepreisung (Emissionshandel) und die Auswirkungen auf den Energiepreis

Verkäufer*innen von Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel müssen seit Anfang 2021 einen CO2-Preis zahlen. Für den Treibhausgas-Ausstoß dieser Brennstoffe werden sogenannte Emissionsrechte erworben. Das geschieht über den nationalen Emissionshandel bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt). Wie der Emissionshandel funktioniert, erklärt die DEHSt in einem Video. Die Höhe des CO2-Preises ist von 2021 bis 2025 gesetzlich vorgegeben, er beträgt pro Emissionszertifikat:

  • 2021: 25,00 Euro
  • 2022: 30,00 Euro
  • 2023: 35,00 Euro
  • 2024: 45,00 Euro
  • 2025: 55,00 Euro

Es ist davon auszugehen, dass einige Unternehmen ihre zusätzlichen Kosten weiterreichen, so dass es am Ende auch zu höheren Energiekosten bei den Haushaltskund*innen kommt.

Der Anteil des CO2-Preises muss gegenüber dem Haushaltskund*innen in der Energierechnung nicht gesondert ausgewiesen werden.

Wo bekomme ich Informationen über aktuelle Strom- und Gaspreise?

Aktuelle Informationen über Strom- bzw. Gaspreise und zu Wechselmöglichkeiten erhalten Sie über verschiedene Online-Energievergleichsportale, Verbraucherberatungsstellen, Energieverbände und bestimmte Behörden.

Hier eine Auswahl:

Die Bundesnetzagentur übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte der Internetseiten anderer Institutionen.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie sich der Großhandelspreis für Strom in Deutschland und den europäischen Nachbarländern entwickelt hat, können Sie sich dies auf der Internetseite SMARD der Bundesnetzagentur als Grafik anzeigen lassen.

Weitergabe der befristeten Mehrwertsteuer-Senkung (1. Juli bis 31. Dezember 2020) - kein Sonderkündigungsrecht

Zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2020 war die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Das konnte auch Ihren Strom- oder Gaspreis betreffen.

Hat Ihr Energielieferant aufgrund dieser gesetzlichen Vorgabe seine Preise gesenkt bzw. sie zum 1. Januar 2021 wieder erhöht, muss er Sie darüber ausnahmsweise nicht explizit informieren. Ihnen steht in diesem speziellen Fall auch kein Sonderkündigungsrecht wegen der Preisanpassung zu.
Diese Regelung ist seit dem 14.08.2020 in Kraft. (§ 41 Abs. 6 EnWG)

Tarife und Preisbestandteile

Arbeitspreis (Energie)

Die wichtigste Größe für die Höhe der Strom- oder Gasrechnung ist in der Regel der sogenannte Arbeitspreis:

  • Dieser wird in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) angegeben.
  • Je mehr Kilowattstunden Sie verbrauchen, desto höher fällt Ihre Jahresrechnung aus.

Der Arbeitspreis multipliziert mit Ihrem Jahresverbrauch wird zum Grundpreis addiert und ergibt so Ihren Abrechnungsbetrag auf der Jahresrechnung.

Grundpreis (Energie)

Dieser Bestandteil des Energiepreises ist - im Gegensatz zum Arbeitspreis - vom Verbrauch unabhängig und wird in Euro pro Monat oder auch Euro pro Jahr angegeben. Er macht üblicherweise einen deutlich kleineren Anteil an der Gesamtrechnung aus.

Inzwischen gibt es Lieferanten, die keinen oder einen sehr geringen Grundpreis verlangen. Solche sogenannten linearen Tarife bieten Anreize zum Energiesparen und sind für Verbraucherinnen/Verbraucher vorteilhaft, weil jede eingesparte Kilowattstunde die Energiekosten direkt mindert.

Haben Sie allerdings einen hohen Strombedarf (z.B. wegen einer Wärmepumpe oder anderen verbrauchsintensiven Geräten), ist es für Sie oft günstiger, einen Tarif mit einem ggf. höheren Grundpreis und dafür einen niedrigeren Arbeitspreis zu wählen.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Die Grafik zeigt eine beispielhafte Strompreiszusammensetzung für Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch zwischen 2.500 und 5.000 kWh.

Durchschnittlicher Haushaltskunden-Strompreis in Cent pro Kilowattstunde am Stichtag 1. April 2020. Strompreiszusammensetzung 1. April 2020

Bei den angegebenen Werten handelt es sich um mengengewichtete Preise zum Stichtag 1. April 2020 über alle Vertragskategorien in ct/kWh.

Der Strompreis, den Sie als Kund*in bei Ihrem Lieferanten bezahlen, setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

  • Kosten für die Strombeschaffung (Erzeugung oder Einkauf), Vertrieb und Gewinnmarge
  • Steuern: diese beinhalten die Umsatz- und die Stromsteuer
  • Nettonetzentgelt inklusive Abrechnung: Das Netznutzungsentgelt
  • Messstellenbetrieb: Entgelt für die Kosten der technisch notwendigen Mess- und Steuereinrichtungen (z.B. Zähler), die Ablesung und das Inkasso
  • Abgaben und Umlagen

Diese Umlagen beinhalten:

Weitere Informationen zu den staatlich veranlassten Bestandteilen des Strompreises finden Sie auf der Internetseite des BMWi.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Die Grafik zeigt die beispielhafte Gaspreiszusammensetzung für Haushaltskund*innen über alle Vertragskategorien mit einem Jahresverbrauch zwischen 5.555 kWh und 55.555 kWh.

Bei den Werten handelt es sich um mengengewichtete Mittelwerte zum 1. April 2020 in ct/kWh.

Der Gaspreis setzt sich aus mehreren Kostenbestandteilen zusammen:

Durchschnittlicher Haushaltskund*innen-Gaspreis zum Stichtag 1. April 2020 in Cent pro Kilowattstunde. Gaspreiszusammensetzung 1. April 2020

  • Kosten für Gasbeschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge
  • Steuern (Gas- und Umsatzsteuer)
  • Netzentgelt: Das Netznutzungsentgelt
  • Messung und Messstellenbetrieb: Entgelte für die Kosten der technisch notwendigen Mess- und Steuereinrichtung (zum Beispiel Zähler) und für die Ablesung und das Inkasso
  • Konzessionsabgabe

Zu den staatlich veranlassten Bestandteilen (Steuern und Abgaben) des Gaspreises hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie weitere Informationen auf seiner Internetseite zusammengestellt.

Hintergrundinformationen:

  • Der Durchschnittsverbrauch deutscher Haushaltskunden liegt bei 20.000 kWh pro Jahr.
  • Der Erdgaspreis ist nicht mehr wie früher an den Ölpreis gekoppelt. Und anders als beim Erdöl gibt es für Erdgas keinen einheitlichen Weltmarktpreis.
  • Teil des Netzentgelts sind beispielsweise die Biogas-Umlage (zur Förderung des Netzanschlusses von Biogas-Anlagen) und die Marktraum-Umstellungsumlage.
  • seit 2017 ist die Marktraum-Umstellungsumlage für die beiden Marktgebiete (NCG und Gaspool) gleich hoch. Mit dieser Umlage werden alle Kosten der Umstellung von L- auf H-Gas auf alle Gaskunden verteilt. Geregelt ist dies im novellierten § 19a EnWG.

Müssen Stromlieferanten lastvariable, tageszeitabhängige oder dynamische Tarife anbieten?

Stromlieferanten müssen Tarife anbieten, die einen Anreiz zum Energiesparen oder zur Steuerung des Verbrauchs zu schaffen. Allerdings nur, wenn es für den Lieferanten technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar ist.

Zu diesen gehören u.a. lastvariable, tageszeitabhängige und dynamische Stromtarife. (§ 41a Energiewirtschaftsgesetz)

  • Lastvariable Tarife und tageszeitabhängige Tarife können nur mit einem digitalen Stromzähler genutzt werden.
  • Voraussetzung für die Nutzung eines Tarifs mit zwei Zeitzonen (z.B. Tag und Nacht) ist ein Zweitarifzähler.
  • Wollen Sie einen dynamischen Stromtarif abschließen, dann benötigen Sie ein intelligentes Messsystem. Informationen zum Einbau erhalten Sie beim Messstellenbetreiber (meist der Netzbetreiber) oder beim Lieferanten. Stromlieferanten müssen bei dynamischen Stromtarifen umfassend über die Kosten sowie die Vor- und Nachteile des Vertrags aufklären.
Seit dem 27. Juli 2021 müssen Stromlieferanten mit mehr als 200.000 Letztverbrauchern dynamische Stromtarife anbieten.

Rechnungen

Welche Informationen muss meine Energierechnung enthalten?

Grundsätzlich müssen Rechnungen für die Energielieferung (Strom und/oder Gas) einfach und verständlich sein.

Das gilt auch für die Berechnung und ihre einzelnen Bestandteile. Es sollen einheitliche, allgemeinverständliche Bezeichnungen und Bedeutungen benutzt werden.

Ihre Rechnung muss auf jeden Fall diese Angaben enthalten:

zum Lieferanten
  • Name
  • Anschrift (Postadresse)
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • das zuständige Registergericht
zum Vertrag
  • Vertragsdauer
  • nächstmöglicher Kündigungstermin
  • Kündigungsfrist
zu Preisen / Abschlägen / Guthaben / Umlagen
zum Verbrauch
  • ermittelter Verbrauch im Abrechnungszeitraum
  • Anfangs- und Endzählerstand des abgerechneten Zeitraums (nur bei Haushaltskund*innen)
  • Verbrauch des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (Wenn der Lieferant aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, den Verbrauch nicht ermitteln kann, muss der geschätzte Verbrauch angegeben werden)
  • grafische Darstellung, wie sich der eigene Jahresverbrauch zu dem Jahresverbrauch von Vergleichskundengruppen verhält (nur bei Haushaltskund*innen)
zur Berechnung
  • die für Forderungen maßgeblichen Berechnungsfaktoren Strom- bzw. Gaspreisbestandteile, auch jene, die sich nicht aus dem EnWG ergeben
zum Netzbetreiber
zu Ihren Rechten
Anlagen zur Rechnung (nur Haushaltskund*innen)

Rechnungen oder Anlagen zu Rechnungen und Werbematerial für den Verkauf von Strom müssen folgende Informationen enthalten:

Stromkennzeichnung

  • Anteil der einzelnen Energieträger an dem Gesamtenergieträgermix des Lieferanten und Durchschnittswerte für Deutschland
  • Umweltauswirkungen in Bezug auf CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall, die durch den gewählten Energieträgermix entstehen und die deutschen Durchschnittswerte
  • Gaslieferanten müssen keine Herkunfts-Kennzeichnung des Gases auf der Rechnung vornehmen

Informationen zu Vertragsinhalten

  • allgemeine Informationen zu den Mindestinhalten bei Energieliefer-Verträgen, wie zum Beispiel Rücktrittsrecht, Preisanpassungen, Zahlungsweise, aktuelle Informationen zu Tarifen usw.

Wie wird der Jahresverbrauch für die Rechnung ermittelt?

Ihr Energielieferant hat verschiedene Möglichkeiten, Ihren Strom- oder Gasverbrauch für die Rechnung zu ermitteln. Dies ist in § 40a EnWG geregelt.

In der Rechnung muss angegeben sein, wie der Zählerstand festgestellt wurde.
  • Ihr Lieferant kann den Zählerstand verwenden, den er vom Messstellenbetreiber oder Netzbetreiber erhalten hat.

    Das kann ein tatsächlichen Ablesewert oder ein ermittelter Ersatzwert sein. Auch der Messstellenbetreiber und der Netzbetreiber dürfen bei Ihnen in der Wohnung/im Haus den Zähler ablesen.
    Sie haben ein intelligentes Messsystem? Dann hat der Messstellenbetreiber grundsätzlich die fernausgelesenen Werte.

  • Ihr Lieferant kann den Zähler selber ablesen oder durch einen Dienstleister ablesen lassen.

    In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Energielieferverträgen sind grundsätzlich Regelungen enthalten, dass der Lieferant für die Zählerablesung Ihr Grundstück und die Wohnung/das Haus betreten darf. Über den Ablesetermin werden Sie vorher informiert. Lassen Sie sich von den Mitarbeitenden immer einen Ausweis zeigen, bevor Sie diese Ihre Wohnung/Ihr Haus betreten lassen.

  • Ihr Lieferant kann Sie auffordern, den Zählerstand abzulesen und zu melden.

    Das ist immer dann notwendig, wenn Ihr Zähler nicht fernauslesbar ist. Sie können der Aufforderung zur Ablesung widersprechen, wenn es Ihnen nicht zugemutet werden kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie gebrechlich oder schwer krank sind. Dann muss Ihr Lieferant die Ablesung selber vornehmen. Zusätzliche Kosten darf er dafür nicht verlangen. Wichtig: Dies gilt nur für Haushaltskund*innen.

Ausnahmefall Schätzung

Eine Schätzung des Zählerstands ist nur dann erlaubt, wenn

  • Sie trotz Aufforderung Ihren Zähler nicht abgelesen haben
  • Sie keinen Widerspruch eingelegt haben, weil Ihnen die Ablesung nicht zugemutet werden kann
  • Ihr Energielieferant den tatsächlichen Verbrauch nicht ermitteln kann, z.B. weil der Zugang zum Zählerraum nicht möglich war

Bei der Schätzung müssen Ihre Verhältnisse, wie zum Beispiel die Personenzahl im Haushalt, der Einbau einer Wärmepumpe oder Durchlauferhitzers, angemessen berücksichtigt werden. In der Regel werden die Verbräuche der letzten Jahre herangezogen.

Auf der Rechnung muss klar und deutlich erkennbar sein, dass Ihr Verbrauch geschätzt wurde. Der Lieferant muss Ihnen den Grund für die Schätzung und die zugrunde gelegten Faktoren nennen. Fordern Sie eine Erläuterung der Schätzung an, wenn Sie weitere Informationen brauchen.

Wann muss ein Guthaben ausgezahlt oder verrechnet werden?

Guthaben, die sich aus Energierechnungen ergeben, müssen

  • mit der nächsten Abschlagszahlung komplett verrechnet werden

    oder

  • innerhalb von zwei Wochen ausgezahlt werden

(§ 40c Abs. 3 Energiewirtschaftsgesetz, § 13 Abs. 3 Strom/Gasgrundversorgungsverordnung)

Hält sich Ihr Energielieferant nicht an diese Vorgaben, können Sie ihm eine Frist zur Auszahlung setzen. (§ 286 Bürgerliches Gesetzbuch). So können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Verzugszinsen und ggf. Schadensersatz verlangen. Um sicherzugehen, dass Ihre Aufforderung dem Lieferanten zugeht, sollten sie diese per Einwurfeinschreiben senden. Möglicherweise kann Ihnen ein Leistungsverweigerungsrecht im Hinblick auf weitere Abschlagszahlungen zustehen. (§ 273 BGB)

In der Grundversorgung

Wenn Sie in der Grundversorgung sind, muss der Energielieferant die Auszahlung eines Guthabens unverzüglich vornehmen (§ 13 Abs. 3 StromGVV/GasGVV).

Unter „unverzüglich“ ist eine Überweisung ohne schuldhaftes Zögern zu verstehen (§ 121 BGB).

Wie oft muss der Energieverbrauch abgerechnet werden?

  • Lieferanten müssen den Energieverbrauch nach ihrer Wahl monatlich oder in anderen Zeitintervallen - die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen - abrechnen.
  • Auch müssen Lieferanten Letztverbraucher*innen eine monatliche (siehe unten), viertel- oder halbjährliche Abrechnung anbieten. Eine Zusatzablesung kann der Energielieferant Ihnen in Rechnung stellen.
  • Diese Zusatzkosten fallen nicht an, wenn der Energieverbrauch über einen intelligenten Zähler ausgelesen wird. In diesem Fall wird dem Letztverbraucher/der Letztverbraucherin eine monatliche Verbrauchsinformation inklusive der Energiekosten kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Haben Sie mit Ihrem Stromlieferanten eine monatliche Abrechnungen vereinbart , dann muss er die Rechnung innerhalb von drei Wochen schicken.

Innerhalb welcher Frist muss der Lieferant eine Abrechnung erstellen?

  • Lieferanten müssen sicherstellen, dass Letztverbraucher*innen die Turnusabrechnung (zum Beispiel die Jahresabrechnung) spätestens sechs Wochen nach Beendigung des abzurechnenden Zeitraums und die Schlussrechnung spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses erhalten. (§ 40c Abs. 2 Energiewirtschaftsgesetz)
  • Haben Sie mit Ihrem Stromlieferanten eine monatliche Abrechnungen vereinbart , dann muss er die Rechnung innerhalb von drei Wochen schicken.

Seit dem 27. Juli 2021 müssen Energielieferverträge u.a. Regelungen im Falle einer ungenauen oder verspäteten Abrechnung enthalten (§ 41 Abs. 1 S. 2 Nr. 8 EnWG). Erstellt Ihr Lieferant die Abrechnung zu spät, sollten Sie Ihren Vertrag dahingehend prüfen. Zudem können Sie ihm eine Frist zur Abrechnung und ihn damit „in Verzug“ setzen. Dadurch können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Verzugszinsen (z.B. auf verbleibende Guthaben) verlangen und unter Umständen Schadensersatz geltend machen. Um sicherzugehen, dass Ihre Aufforderung dem Lieferanten zugeht, empfiehlt es sich, dies per Einwurfeinschreiben zu tun.

Bei einer verspäteten Abrechnung könnten Sie als Kunde ein Leistungsverweigerungsrecht hinsichtlich weiterer Abschlagszahlungen haben (§ 273 Bürgerliches Gesetzbuch). Sollten Sie Ihr Leistungsverweigerungsrecht ausüben und Ihr Lieferant Ihnen mit einer Sperrung drohen, müssen Sie dieser form- und fristgerecht unter Verweis auf die noch ausstehende Rechnung widersprechen.

ABER: Wird die Abrechnung nicht innerhalb der Frist gestellt, führt dies nicht dazu, dass der Energieverbrauch nicht mehr abgerechnet werden darf.

Wann muss die Strom- bzw. Gasrechnung bezahlt werden?

In der Grundversorgung regeln dies die StromGVV bzw. GasGVV: Rechnungen und Abschläge müssen zu dem vom Energielieferanten angegebenen Zeitpunkt bezahlt werden. Sie sind daher frühestens zwei Wochen nach Zugang der Zahlungsaufforderung fällig.

Bei Energielieferverträgen außerhalb der Grundversorgung richtet sich die Fälligkeit der Zahlung nach den speziellen Regelungen des Vertrags.

Gesetzliche Grundlage: §§ 17 Abs. 1 Satz 1 StromGVV und GasGVV

Wie müssen Abschlagzahlungen berechnet werden?

Abschlagszahlungen dürfen nicht zu hoch angesetzt werden.

Sie müssen sich an Ihrem tatsächlichen Verbrauch in der vergangenen Abrechnungsperiode orientieren und dementsprechend berechnet werden.
Das hat das OLG Düsseldorf in einem Urteil bestätigt (hier geht es zum entsprechenden Urteil: Az I-20 U 136/14, Urteil vom 16.12.2014).

Grundversorgung

Wenn der Verbrauch für mehrere Monate abgerechnet wird, kann der Grundversorger für die nach der letzten Abrechnung verbrauchte Elektrizität bzw. Gas eine Abschlagszahlung verlangen.

Die Abschlagszahlung muss anteilig für den Zeitraum der Abschlagszahlung (z.B. monatlich) entsprechend dem Verbrauch im zuletzt abgerechneten Zeitraum (z.B. Jahresendabrechnung) berechnet werden. Wenn eine solche Berechnung nicht möglich ist, wird die Abschlagszahlung nach dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Kund*innen festgelegt. Können Sie jedoch glaubhaft beweisen, dass Ihr Verbrauch erheblich geringer ist, dann muss dies angemessen berücksichtigt werden.

Tipp: Um einen geringeren Verbrauch beim Grundversorger glaubhaft zu machen, sollten Sie die konkreten Umstände (z.B. Auszug von Familienmitgliedern, Anschaffung sparsamerer Verbrauchsgeräte usw.) schriftlich mitteilen.

Zu viel gezahlte Abschläge

Ergibt sich bei der Abrechnung, dass zu hohe Abschlagszahlungen verlangt wurden, muss der zu viel gezahlte Betrag unverzüglich erstattet werden. Spätestens mit der nächsten Abschlagsforderung kann er auch verrechnet werden.

Nach Beendigung des Versorgungsverhältnisses sind zu viel gezahlte Abschläge ebenfalls unverzüglich zu erstatten.

Gesetzliche Grundlage: Abschlagszahlungen in der Grundversorgung sind in § 13 StromGVV und § 13 GasGVV geregelt.

Außerhalb der Grundversorgung
Für diese Verträge gibt es keine gesetzliche Regelung. Die meisten Energielieferanten regeln die Abschlagsberechnung in ihren AGB. Viele übernehmen dabei die Regelung der Grundversorgung (s.o. StromGVV bzw. GasGVV). Einige Lieferanten legen allerdings auch abweichende Bedingungen fest. Ob diese Bedingungen rechtmäßig sind, müssen im Einzelfall Zivilgerichte prüfen.

Wie überprüfe ich meine Rechnung?

Prüfen Sie in Ihrer Energierechnung besonders diese Inhalte:

  • Adressat/Rechnungsempfänger
  • Sind Sie wirklich der richtige Empfänger? Vergleichen Sie vor allem in Mehrfamilienhäusern den Namen.
  • Ist die in der Rechnung angegebene Kundennummer korrekt? Vergleichen Sie die Nummer mit Ihrem Liefervertrag.
  • Sowohl die Adresse als auch die Zählernummer bzw. Marktlokations-Identifikationsnummer (MaLo-ID) sollten stimmen. Überprüfen Sie, ob der richtige Zähler abgerechnet wurde.
  • Zählerstand
  • Überprüfen Sie den Anfangs- und Endzählerstand.
  • Der Lieferant muss auf der Rechnung angeben, wie er den Zählerstand ermittelt hat. Möglich sind Ablesung, Ersatzwerte oder - im Ausnahmefall - Schätzung. Wenn Ihr Lieferant den Verbrauch geschätzt hat, dann muss er Ihnen den Grund dafür und die zugrunde liegenden Faktoren nennen.
  • Handelt es sich nicht um einen abgelesenen Wert, sollten Sie den Zählerstand nachträglich selber ablesen. Teilen Sie den abgelesenen Wert Ihrem Lieferanten und dem Messstellenbetreiber (oft der Netzbetreiber) mit.
  • Ist die Abweichung zwischen dem Zählerstand auf der Rechnung und Ihrer Ablesung groß, sollten Sie um Korrektur der Rechnung bitten.
  • Abrechnungszeitraum
  • Meistens ein ganzes Jahr, aber nicht zwingend ein Kalenderjahr.
  • Kam es während des festgelegten Abrechnungszeitraums zu Preisänderungen, dann müssen diese natürlich berücksichtigt werden.
  • Preise/Tarife
  • Der Preis setzt sich meistens aus einem festen Grundpreis (pro Monat oder pro Jahr) und einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis zusammen. In der Regel ist die Mehrwertsteuer schon eingerechnet.
  • Überprüfen Sie, ob der Preis/der Tarif abgerechnet wurde, den Sie in Ihrem Vertrag vereinbart haben. Berücksichtigen Sie dabei etwaige Preiserhöhungen nach Abschluss des Vertrags.
  • geleistete Abschläge
  • Monatlich haben Sie bereits einen Abschlag gezahlt, der für den prognostizierten Jahresverbrauch berechnet wurde.
  • Prüfen Sie, ob Ihre bereits gezahlten monatlichen Abschlagszahlungen von der Gesamtforderung abgezogen wurden.
  • Bonus
  • Für die Bonus-Auszahlung können ganz unterschiedliche Bedingungen gelten. Häufig muss der Bonus allerdings spätestens in der Rechnung vom Rechnungsbetrag abgezogen werden.
  • Rechnungsbetrag
  • Der Rechnungsbetrag ergibt sich aus dem Energieverbrauch (in kWh) und dem Preis dafür, abzüglich der bereits gezahlten Abschläge und ggf. des Bonus.

    Auf Wunsch muss Ihnen Ihr Energielieferant die Abrechnung verständlich erläutern.

    Sollten Sie einen Fehler in Ihrer Rechnung entdecken, weisen Sie Ihren Lieferanten schriftlich auf den Fehler hin und verlangen Sie eine korrigierte Rechnung. Beschreiben Sie darin so genau wie möglich, was Sie an der Rechnung beanstanden. Sie müssen sich überlegen, ob Sie trotzdem den geforderten Rechnungsbetrag begleichen wollen, um ggf. Mahnungen zu vermeiden.

Mein Bonus wird nicht ausgezahlt

Die Regelungen zu Bonuszahlungen werden zwischen Ihnen und Ihrem Lieferanten individuell vereinbart. Die entsprechenden Bedingungen sind im Liefervertrag meistens in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgelegt. Die einzelnen Energielieferanten haben oft ganz unterschiedliche Bedingungen.

Die Bedingungen betreffen beispielsweise den Auszahlungszeitpunkt (beispielsweise „6 Wochen nach Beginn der Belieferung“ oder „mit der ersten Verbrauchsabrechnung“) und die Höhe des Bonus (z.B. „in Höhe von 50 Euro“ oder „in Höhe von 10 Prozent Ihres Rechnungsbetrags“).

  • Prüfen Sie zunächst, ob alle Voraussetzungen zur Auszahlung des vereinbarten Bonus erfüllt sind.

Ihr Lieferant schreibt den Bonus nicht in Ihrer Rechnung gut oder zahlt ihn nicht aus?

  • Dann können Sie ihm eine Frist zur Rechnungskorrektur bzw. Auszahlung setzen. Dadurch können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Verzugszinsen (z.B. auf verbleibende Guthaben) verlangen und unter Umständen Schadensersatz geltend machen. Dies sollten Sie per Einwurfeinschreiben tun.
  • Wenn Sie trotz Beschwerde und Fristsetzung keine Rechnungskorrektur bzw. Auszahlung erhalten, haben Sie die Möglichkeit, ein kostenloses Schlichtungsverfahren bei der Schlichtungsstelle Energie e.V. einzuleiten oder eine Klage bei Gericht einzureichen.

Wann und wie kann ich die Energierechnung beanstanden?

Grundversorgung

Kund*innen können Einwände gegen Rechnungen und Abschlagsberechnungen gegenüber dem Grundversorger geltend machen.
Zum Zahlungsaufschub oder zur Zahlungsverweigerung berechtigen diese Einwände allerdings nur dann, wenn

  • die ernsthafte Möglichkeit eines offensichtlichen Fehlers besteht

    oder

  • der in der Rechnung angegebene Verbrauch ohne ersichtlichen Grund mehr als doppelt so hoch wie der vergleichbare Verbrauch im vorherigen Abrechnungszeitraum ist und die Kundin/der Kunde eine Nachprüfung der Messeinrichtung verlangt.

Andere Energielieferverträge

Für Verträge außerhalb der Grundversorgung gelten die Regelungen des Vertrags.

Gesetzliche Grundlage: §§ 17 Abs. 1 Satz 1 StromGVV und GasGVV

Wann muss ich eine Vorauszahlung für die Energielieferung leisten?

  • Eine Vorauszahlung ist nicht vor Beginn der Lieferung fällig.

Die Fälligkeit bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem der Gläubiger (Energieversorger) eine Leistung (Zahlung) verlangen kann. Grundsätzlich kann der Gläubiger nach dem allgemeinen Zivilrecht die Leistung sofort verlangen und der Schuldner hat sie sofort zu leisten (vgl. § 271 Absatz 1 BGB), wenn nicht durch Gesetz oder Vertrag etwas Abweichendes bestimmt ist.

Im EnWG ist etwas Abweichendes festgelegt, nämlich dass die Leistung/Vorauszahlung nicht vor Beginn der Lieferung verlangt werden kann. Solange ein Lieferant die Belieferung nicht aufgenommen hat, müssen Sie als Haushaltskund*in also keine Vorauskasse zahlen.

Unabhängig von dieser Regelung raten wir, Angebote mit Vorauskasse-Forderungen immer genau zu prüfen. Denn im Fall einer Insolvenz des Energielieferanten können die im Voraus geleisteten Zahlungen normalerweise nicht zurückgefordert werden.

Gesetzliche Grundlage: § 41b Abs. 3 EnWG

Wo kann ich mehr über Zahlungsmöglichkeiten herausfinden?

Der Energielieferant muss Ihnen als Haushaltskund*in vor Vertragsschluss verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbieten.

Diese Regelung gilt für alle Haushaltskund*innen in der Grundversorgung, aber auch für die Kund*innen außerhalb der Grundversorgung.
Das Gesetz schreibt jedoch nicht vor, welche Zahlungsmöglichkeiten anzubieten sind.

Bitte kontaktieren Sie daher Ihren Lieferanten und lassen sich über die angebotenen Zahlungsmöglichkeiten informieren oder lesen Sie die AGB genau durch.

Gesetzliche Grundlage: § 41 Abs. 2 EnWG

Wie errechnen sich die Kilowattstunden auf der Gasrechnung aus verbrauchten Kubikmetern?

Erdgas ist ein Naturprodukt, dessen Energiegehalt von mehreren Faktoren abhängt und im Gegensatz zu Strom Schwankungen unterliegt. Die Gastemperatur und der Gasdruck sind weitere Einflüsse, die bei Ihrer Gasabrechnung über die Zustandszahl berücksichtigt werden müssen.

Ihr Gaszähler zeigt nicht die Kilowattstunden (kWh), sondern die verbrauchten Kubikmeter (m3) Gas an.

Die verbrauchten Kilowattstunden (kWh) für Ihre Rechnung werden dann so errechnet:

kWh = verbrauchte Kubikmeter Gas (m3) mal Brennwert mal Zustandszahl

Anzahl der Kubikmeter mit dem Brennwert des Gases und der Zustandszahl multipliziert ergibt die verbrauchten Kilowattstunden.

Verbrauch

Die verbrauchte Erdgasmenge wird – wie bei jedem gasförmigen Stoff – in Volumeneinheiten angeben. Bei Erdgas ist dies meist Kubikmeter (m3).

Brennwert

Der Brennwert steht für die Wärme- bzw. Energiemenge, die bei der Verbrennung des Gases und der anschließenden Abkühlung der Abgase (Kondensationswärme) freigesetzt wird. Für die Abrechnung wird aus den gemessenen Einspeisebrennwerten des Abrechnungszeitraums ein Durchschnittsbrennwert ermittelt. Der örtliche Netzbetreiber muss den aktuell geltenden Brennwert für jeden Monat (zum 10. des Folgemonats) veröffentlichen. Sie können daher monatsscharf Ihren Brennwert nachvollziehen.

Angegeben wird der Gas-Brennwert in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh pro m3).

Der Brennwert hängt von der genauen Gas-Zusammensetzung ab. Beispielsweise haben Butan und Propan einen wesentlich höheren Brennwert als Methan, das den größten Volumenanteil des Erdgas-Gemischs ausmacht. Der Brennwert ist geringer, wenn das Gasgemisch einen hohen Anteil reaktionsschwacher Inertgase wie Kohlendioxid und Stickstoff aufweist.

L-Gas hat einen Brennwert zwischen 8,4 bis ca. 11,2 kWh pro m3, während das in Deutschland überwiegend gelieferte H-Gas auf ca. 10 bis 13,1 kWh pro m3 kommt.

Zustandszahl

Die Zustandszahl beschreibt das Verhältnis des Gasvolumens im Normzustand (Temperatur: 0 Grad Celsius, Luftdruck: 1.013,25 mbar) zum Betriebszustand (Temperatur an der Abnahmestelle und Luftdruck je nach Höhenlage).

Wenn Sie Fragen zum Brennwert, zur Zustandszahl oder zu Ihrer Gasrechnung haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Lieferanten oder den Netzbetreiber.

Was ist unter Stromkennzeichnung zu verstehen?

Elektrizitätsversorgungsunternehmen in Deutschland sind verpflichtet, ihren Kund*innen die Stromzusammensetzung des gelieferten Stroms anzugeben.

Stromlieferanten müssen folgende Informationen für Verbraucher*innen auf Rechnungen, Werbematerial und auf der Website nutzerfreundlich darstellen:

  • den Anteil der einzelnen fossilen und erneuerbaren Energieträger am Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant verwendet hat (Strommix)
  • die Umweltauswirkungen zumindest in Bezug auf CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall, die auf den genannten Gesamtenergieträgermix zur Stromerzeugung zurückzuführen sind
  • zum Vergleich: die entsprechenden Durchschnittswerte der Stromerzeugung in Deutschland

Die Bundesnetzagentur überprüft die Richtigkeit der Stromkennzeichnung.

Das Umweltbundesamt (UBA) führt ein Herkunftsnachweisregister, das die Produktion und den Handel des Stroms aus Erneuerbaren Energien registriert und dokumentiert. Wie das funktioniert können Sie sich in diesem Film erklären lassen.

Gesetzliche Grundlage: § 42 Abs. 1 und 2 EnWG