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Informationen zu Strom- und Gaspreisen für Haushaltskunden

Weitergabe der befristeten Mehrwertsteuer-Senkung ab dem 1. Juli 2020 - kein Sonderkündigungsrecht

Ab dem 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 ist die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Das kann auch Ihren Strom- oder Gaspreis betreffen.

Senkt Ihr Energielieferant aufgrund dieser gesetzlichen Vorgabe seine Preise bzw. erhöht sie zum 1. Januar 2021 wieder, muss, muss er Sie darüber ausnahmsweise nicht explizit informieren. Ihnen steht in diesem speziellen Fall auch kein Sonderkündigungsrecht wegen der Preisanpassung zu. Diese Regelung ist seit dem 14.08.2020 in Kraft. (§ 41 Abs. 3a EnWG)

Preiserhöhung - Was kann ich tun?

Wenn Ihr Energielieferant den Preis erhöhen will, muss er sich an bestimmte Vorschriften halten.
Tut er dies nicht, ist die Preiserhöhung unwirksam und er darf Ihnen den höheren Preis nicht in Rechnung stellen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass seit dem 14.08.2020 diese Regelung ausnahmsweise dann nicht gilt, wenn Ihr Energielieferant die Anpassung der Umsatzsteuer unverändert an Sie weitergibt. (Weiteres hier)
  1. Der Lieferant muss Sie rechtzeitig über eine Änderung der Preise informieren.

    Bei Kunden in der Grundversorgung mind. 6 Wochen vor der geplanten Preiserhöhung (§ 5 Abs. 2 StromGVV bzw. § 5 Abs. 2 GasGVV).

    Bei allen anderen Kunden vor Ablauf der regulären Abrechnungsperiode (§ 41 Abs. 3 EnWG).

  2. Der Lieferant muss Sie in demselben Schreiben auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn Ihr Energielieferant die Preise erhöhen will, können Sie den Vertrag kündigen, egal wie lange er eigentlich noch laufen sollte. Dies gilt auch, wenn die Preiserhöhung auf gestiegenen Steuern, Abgaben oder Umlagen beruht.

Grundsätzlich sind versteckte, intransparente und nicht verständliche Strom- bzw. Gaspreiserhöhungen unzulässig. Es besteht auch dann für Sie ein Sonderkündigungsrecht. Das heißt, Sie können Ihren Vertrag zu dem Zeitpunkt kündigen, an dem die Preiserhöhung wirksam würde. Eine Kündigungsfrist besteht nicht.
Es ist allerdings ratsam, die Kündigung und die Belieferung eines neuen Lieferanten so früh wie möglich zu veranlassen, da die Abwicklung der Kündigung und der Lieferantenwechselprozess einige Tage in Anspruch nehmen kann. So können Sie einen unmittelbaren Wechsel des Lieferanten sicherstellen.

Wenn Sie unsicher sind, ob die Preiserhöhung rechtlich zulässig ist, sollten Sie sich beschweren oder kündigen. So werden etwaige Streitigkeiten bei der Abrechnung vorgebeugt.

Falls Sie in der Grundversorgung sind, können Sie - unabhängig vom Sonderkündigungsrecht - den Vertrag jederzeit mit einer Frist von nur zwei Wochen beenden.

Wie erkenne ich eine versteckte Preiserhöhung?

Dies kann auf eine versteckte Preiserhöhung hindeuten

  • Form des Schreibens: Die Preisänderung ist als Werbeflyer getarnt.
  • Betreff: Die Überschrift ist allgemein gehalten und gibt keinen Hinweis auf eine Vertragsänderung.
  • Sie werden nicht auf Ihr Sonderkündigungsrecht hingewiesen.
  • Im Text

    Der Text ist sehr positiv und allgemein formuliert und verleitet den Verbraucher ihn nur kurz zu überfliegen, da er mit keinen wichtigen Informationen rechnet.

    Die Preiserhöhung wird kurz vor Ende bzw. auf der letzten Seite des Schreibens erwähnt.

    Die Preisänderung ist im Fließtext eines mehrseitigen Textes ohne Hervorhebung (z.B. in Großschrift oder in fett) angekündigt

    Im Text wird nicht eindeutig von einer Preiserhöhung gesprochen, stattdessen wird die Preiserhöhung umschrieben bzw. sogar  gleichbleibende Preise versprochen.

    Das Schreiben enthält widersprüchliche Formulierungen (z.B. Schutz vor Preiserhöhungen, Preisgarantie, sehr attraktive Konditionen)

So gehen Sie vor

  • Lesen Sie jedes Schreiben Ihres Energieversorgers aufmerksam durch – auch wenn es nach Werbung aussieht.
  • Bei einer Preiserhöhung können Sie Ihren Vertrag ohne Einhaltung einer Frist und mit dem Hinweis auf Ihr Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt der Preiserhöhung kündigen. Nutzen Sie dafür unseren Musterbrief.
  • Bei Kündigungen wegen Preiserhöhungen sollten Sie diese Kündigung bei Ihrem Versorger selber vornehmen und sie nicht dem neuen Lieferanten überlassen (wie es sonst beim Lieferantenwechsel empfohlen wird). Sie stellen damit sicher, dass die Kündigung fristgerecht beim Lieferanten eingeht.
  • Die Kündigung sollten Sie immer per Einschreiben/Einwurf schicken und auf eine Bestätigung der Kündigung bestehen.
  • Suchen Sie sich rechtzeitig nach der Kündigung einen neuen Energielieferanten. Ansonsten fallen Sie nach Vertragsende in die Grundversorgung.

Sie entdecken die Preiserhöhung erst in Ihrer Rechnung

In vielen Fällen entdecken Verbraucherinnen und Verbraucher die bereits erfolgte Preiserhöhung erst, wenn sie ihre Jahresabrechnung kontrollieren und höhere Arbeits- und/oder Grundpreise feststellen.

  • Prüfen Sie die in den letzten 15 Monaten erhaltenen Schreiben (auch E-Mails) Ihres Energieversorgers, ob Sie eine Preiserhöhung übersehen oder eine versteckte Preiserhöhung erhalten haben.
  • Beschweren Sie sich schriftlich bei Ihrem Versorger, dass Ihre Abrechnung falsche Preise enthält und auf welchen Rechnungsbetrag Sie kommen. Nutzen Sie unseren Musterbrief. Wird Ihrer Beschwerde nicht abgeholfen, können Sie ein Schlichtungsverfahren einleiten.
  • Evtl. bietet Ihnen Ihr Energielieferant einen Vergleich an. Wenn Sie das Vergleichsangebot nicht annehmen möchten, können Sie der Rechnung auch nachträglich mit Verweis auf § 41 Abs. 3 EnWG widersprechen.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie zu einem anderen Versorger wechseln möchten. Hier finden Sie Hinweise zum Lieferantenwechsel.

Preisgarantie (vertragliche Preisbindungsklausel)

Was ist eine Preisbindungsklausel?

Eine Preisbindungsklausel kann in Ihrem Vertrag festgelegt sein und bindet den Energielieferanten für einen bestimmten Zeitraum an den im Vertrag festgesetzten Preis.
Der Energielieferant kann die Dauer der Preisbindung und die enthaltenen Preisbestandteile, auf die sich die Klausel bezieht, beschränken. Bitte beachten Sie daher genau die vereinbarten Bedingungen der Preisgarantie in Ihrem Vertrag.

Hinweis: Preisbindungsklauseln beziehen sich in der Regel nur auf einige Preisbestandteile. Ändert sich ein Preisbestandteil, der nicht von der Klausel umfasst ist, kann es trotz Preisgarantie zu einer Änderung des Preises durch den Energielieferanten kommen.

Wie ist die Preisgarantie in den AGB geregelt?

Energielieferanten garantieren in der Regel keine Preisbindung aller Preisbestandteile. Der Energielieferant kann sich beispielsweise eine Preisänderung vorbehalten, wenn sich Kosten verändern, auf die er keinen Einfluss nehmen kann.

Ihre Preisgarantie bezieht sich dann nicht auf Preisanpassungen, die auf der Veränderung der nicht beeinflussbaren Kostenbestandteile (s.u.) basieren.
Allerdings steht Ihnen als Verbraucher nach einer solchen Preisanpassung die Möglichkeit der Sonderkündigung zu (§ 41 Abs. 3 EnWG).

Woraus setzt sich die Preisbindungsklausel zusammen?

Eine Preisgarantie ist in der Regel auf die Preisbestandteile beschränkt, die der Energielieferant beeinflussen kann (sog. eingeschränkte Preisbindungsklausel). Allerdings kann sie darüber hinaus auch weitere Preisbestandteile (wie z.B. das Netzentgelt) umfassen.

Beeinflussbare Kostenbestandteile:

  • Beschaffungskosten (Erzeugung oder Einkauf der Energie)
  • Vertriebskosten
  • Gewinn-Marge

Nicht beeinflussbare Kostenbestandteile:

  • Steuern (Strom-/ Energiesteuer, Umsatzsteuer)
  • Abgaben
  • Umlagen (z.B. die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage)
  • Netzentgelt
  • ggf. Entgelt für Messstellenbetrieb

Entwicklung der Stromkosten (2011 - 2018)

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Die Grafik zeigt eine beispielhafte Strompreiszusammensetzung für Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch zwischen 2.500 und 5.000 kWh.

Strompreiszusammensetzung 1. April 2019 Strompreiszusammensetzung 1. April 2019

Bei den angegebenen Werten handelt es sich um mengengewichtete Preise zum Stichtag 1. April 2019 über alle Vertragskategorien in ct/kWh (Vergleichswerte 2018 sind ebenfalls angegeben).

Der Strompreis, den Sie als Kunde bei Ihrem Lieferanten bezahlen, setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

  • Kosten für die Strombeschaffung (Erzeugung oder Einkauf), Vertrieb und Gewinnmarge
  • Steuern: diese beinhalten die Umsatz- und die Stromsteuer
  • Nettonetzentgelt inklusive Abrechnung: Das Netznutzungsentgelt
  • Messstellenbetrieb: Entgelt für die Kosten der technisch notwendigen Mess- und Steuereinrichtungen (z.B. Zähler), die Ablesung und das Inkasso
  • Abgaben/Umlagen

Die Umlagen beinhalten:

Weitere Informationen zu den staatlich veranlassten Bestandteilen des Strompreises vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Entwicklung der Gaskosten (2011 - 2018)

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Die Grafik zeigt die beispielhafte Gaspreiszusammensetzung für Haushaltskunden über alle Vertragskategorien mit einem Jahresverbrauch zwischen 5.555 kWh und 55.555 kWh.

Bei den Werten handelt es sich um mengengewichtete Mittelwerte zum 1. April 2019 in ct/kWh.

Der Gaspreis setzt sich aus mehreren Kostenbestandteilen zusammen:

Gaspreiszusammensetzung 1. April 2019 Gaspreiszusammensetzung 1. April 2019

  • Kosten für Gasbeschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge
  • Steuern (Gas- und Umsatzsteuer)
  • Netzentgelt: Das Netznutzungsentgelt
  • Messung und Messstellenbetrieb: Entgelte für die Kosten der technisch notwendigen Mess- und Steuereinrichtung (zum Beispiel Zähler) und für die Ablesung und das Inkasso
  • Konzessionsabgabe

Zu den staatlich veranlassten Bestandteilen (Steuern und Abgaben) des Gaspreises hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie weitere Informationen zusammengestellt.

Hintergrundinformationen:

  • Der Durchschnittsverbrauch deutscher Haushaltskunden liegt bei 20.000 kWh pro Jahr.
  • Der Erdgaspreis ist nicht mehr wie früher an den Ölpreis gekoppelt. Und anders als beim Erdöl gibt es für Erdgas keinen einheitlichen Weltmarktpreis.
  • Teil des Netzentgelts sind beispielsweise die Biogas-Umlage (zur Förderung des Netzanschlusses von Biogas-Anlagen) und die Marktraum-Umstellungsumlage.
  • seit 2017 ist die Marktraum-Umstellungsumlage für die beiden Marktgebiete (NCG und Gaspool) gleich hoch. Mit dieser Umlage werden alle Kosten der Umstellung von L- auf H-Gas auf alle Gaskunden verteilt. Geregelt ist dies im novellierten § 19a EnWG.

Wo bekomme ich Informationen über aktuelle Strom- und Gaspreise?

Aktuelle Informationen über Strom- bzw. Gaspreise und zu Wechselmöglichkeiten erhalten Sie über verschiedene Online-Energievergleichsportale, Verbraucherberatungsstellen, Energieverbände und bestimmte Behörden.

Hier eine Auswahl:

Die Bundesnetzagentur übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte der Internetseiten anderer Institutionen.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie sich der Großhandelspreis für Strom in Deutschland und den europäischen Nachbarländern entwickelt hat, können Sie sich dies auf der Internetseite SMARD der Bundesnetzagentur als Grafik anzeigen lassen.

Tarife und Preisbestandteile

Arbeits- und Grundpreis - Was muss ich über diese Bestandteile des Energiepreises wissen?

Die wichtigste Größe für die Höhe der Strom- oder Gasrechnung ist in der Regel der sogenannte Arbeitspreis:

Dieser wird in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) angegeben. Je mehr Kilowattstunden Sie verbrauchen, desto höher fällt Ihre Jahresrechnung aus.

Der zweite wichtige Bestandteil des Energiepreises ist der vom Verbrauch unabhängige Grundpreis. Dieser wird in Euro pro Monat oder auch Euro pro Jahr angegeben. Er macht üblicherweise einen deutlich kleineren Anteil an der Gesamtrechnung aus.

Inzwischen gibt es Lieferanten, die keinen oder einen sehr geringen Grundpreis verlangen. Dieser sogenannte lineare Tarif bietet Anreize zum Energiesparen und ist für Verbraucher vorteilhaft, weil jede gesparte Kilowattstunde in vollem Umfang die Kosten mindert. Haben Sie allerdings einen hohen Strombedarf (z.B. wegen einer Wärmepumpe oder anderen verbrauchsintensiven Geräten), ist es günstiger einen höheren Grundpreis und dafür einen niedrigeren Arbeitspreis zu wählen.

Bei Gaslieferverträgen ist meistens ein – wenn auch geringer – Mindestbezug vereinbart.

Müssen Stromlieferanten lastvariable oder tageszeitabhängige Tarife anbieten?

Ja.

Stromlieferanten müssen Letztverbrauchern einen Tarif (z.B. lastvariabel oder tageszeitabhängig) anbieten, um einen Anreiz zum Energiesparen oder Steuerung des Energieverbrauchs zu schaffen. Allerdings besteht eine gesetzlich festgeschriebene Einschränkung für diese Verpflichtung. Sie lautet: "wenn es technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar ist".

Daneben müssen Stromlieferanten immer mindestens einen Tarif anbieten, für den die Datenaufzeichnung und -übermittlung auf die innerhalb eines bestimmten Zeitraums verbrauchte Gesamtstrommenge begrenzt bleibt.

Gesetzliche Grundlage: § 40 Abs. 5 EnWG

Als lastvariabler Tarif wird ein Stromtarif bezeichnet, bei dem der Strompreis von der Stromnachfrage und der Netzauslastung abhängt.

Bei zeitabhängigen Tarifen sind für verschiedene Tageszeiten unterschiedliche Preise festgelegt.

Technische Voraussetzungen beim Kunden

Voraussetzung für die Nutzung eines Tarifs mit zwei Zeitzonen (z.B. Tag und Nacht) ist ein Doppeltarifzähler.

Lastvariable Tarife und Tarife mit mehr als zwei Zeitzonen können nur mit einem digitalen Stromzähler genutzt werden.

Was ist unter Stromkennzeichnung zu verstehen?

Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind in Deutschland verpflichtet, ihren Kunden die Stromzusammensetzung des von ihnen gelieferten Stroms anzugeben.

Stromlieferanten müssen folgende Informationen für Verbraucher auf Rechnungen, Werbematerial und auf der Website nutzerfreundlich darstellen:

  • den Anteil der einzelnen fossilen und erneuerbaren Energieträger am Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant verwendet hat (Strommix)
  • die Umweltauswirkungen zumindest in Bezug auf CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall, die auf den genannten Gesamtenergieträgermix zur Stromerzeugung zurückzuführen sind
  • zum Vergleich die entsprechenden Durchschnittswerte der Stromerzeugung in Deutschland

Die Bundesnetzagentur überprüft die Richtigkeit der Stromkennzeichnung.

Das Umweltbundesamt (UBA) führt ein Herkunftsnachweisregister, das die Produktion und den Handel des Stroms aus Erneuerbaren Energien registriert und dokumentiert. Wie das funktioniert können Sie sich in diesem Film erklären lassen.

Gesetzliche Grundlage: § 42 Abs. 1 und 2 EnWG

Rechnungen

Welche Informationen muss meine Energierechnung enthalten?

Grundsätzlich müssen Rechnungen für die Energielieferung (Strom und/oder Gas) einfach und verständlich sein.

Das gilt auch für die Berechnung und ihre einzelnen Bestandteile. Es sollen einheitliche, allgemeinverständliche Bezeichnungen und Bedeutungen benutzt werden.

Ihre Rechnung muss auf jeden Fall diese Angaben enthalten:

zum Lieferanten
  • Name
  • Anschrift (Postadresse)
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • das zuständige Registergericht
zum Vertrag
  • Vertragsdauer
  • nächstmöglicher Kündigungstermin
  • Kündigungsfrist
zu Preisen / Abschlägen / Guthaben / Umlagen
  • die geltenden Preise (Arbeitspreis und Grundpreis)
  • die gezahlten Abschläge oder Guthaben
  • Belastungen aus Konzessionsabgabe und Netzentgelten für Letztverbraucher und ggf. darin enthaltene Entgelte für Messstellenbetrieb und Messung
zum Verbrauch
  • ermittelter Verbrauch im Abrechnungszeitraum
  • Anfangs- und Endzählerstand des abgerechneten Zeitraums (nur bei Haushaltskunden)
  • Verbrauch des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (Wenn der Lieferant aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, den Verbrauch nicht ermitteln kann, muss der geschätzte Verbrauch angegeben werden)
  • grafische Darstellung, wie sich der eigene Jahresverbrauch zu dem Jahresverbrauch von Vergleichskundengruppen verhält (nur bei Haushaltskunden)

zur Berechnung
  • die für Forderungen maßgeblichen Berechnungsfaktoren Strom- bzw. Gaspreisbestandteile, auch jene, die sich nicht aus dem EnWG ergeben
zum Netzbetreiber
zu Ihren Rechten
Anlagen zur Rechnung (nur Haushaltskunden)

Rechnungen oder Anlagen zu Rechnungen und Werbematerial für den Verkauf von Strom müssen folgende Informationen enthalten:

Stromkennzeichnung

  • Anteil der einzelnen Energieträger an dem Gesamtenergieträgermix des Lieferanten und Durchschnittswerte für Deutschland
  • Umweltauswirkungen in Bezug auf CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall, die durch den gewählten Energieträgermix entstehen und die deutschen Durchschnittswerte
  • Gaslieferanten müssen keine Herkunfts-Kennzeichnung des Gases auf der Rechnung vornehmen

Informationen zu Vertragsinhalten

  • allgemeine Informationen zu den Mindestinhalten bei Energieliefer-Verträgen, wie zum Beispiel Rücktrittsrecht, Preisanpassungen, Zahlungsweise, aktuelle Informationen zu Tarifen usw.

Gesetzliche Grundlage: §§ 40, 41 und 42 EnWG

Wer hilft mir bei Problemen mit dem Energielieferanten?

Der Verbraucherservice Energie der Bundesnetzagentur steht Ihnen bei Fragen telefonisch, per E-Mail oder natürlich auch für schriftliche Anfragen zur Verfügung. Die Kontaktdaten finden Sie in der Box unten auf dieser Seite.

Hilfreiche Informationen finden Sie auch auf den folgenden Internetseiten:

Marktwächter Energie der Verbraucherzentrale

Verbraucherzentralen

Energieanbieterinformation des Bundes der Energieverbraucher

Schlichtungsstelle Energie e.V.

Für die Richtigkeit der Angaben auf den verlinkten Seiten übernimmt die Bundesnetzagentur keine Gewähr. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Bundesnetzagentur keine Rechtsberatung durchführen darf.

In welchen Intervallen ist der Energieverbrauch abzurechnen?

Lieferanten sind verpflichtet, den Energieverbrauch nach ihrer Wahl monatlich oder in anderen Intervallen, die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen, abzurechnen.

Darüber hinaus sind Lieferanten nach § 40 Abs. 3 Satz 2 EnWG verpflichtet, Letztverbrauchern eine monatliche, viertel- oder halbjährliche Abrechnung anzubieten. Für eine Zusatzablesung kann der Energielieferant gesonderte Kosten erheben.

Diese Zusatzkosten fallen nicht an, wenn der Verbrauch des Kunden über einen intelligenten Zähler § 21d Absatz 1 ausgelesen wird. In diesem Fall ist dem Letztverbraucher eine monatliche Verbrauchsinformation, die auch die Energiekosten widerspiegelt, kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Gesetzliche Grundlage: § 40 Abs. 3 EnWG

Innerhalb welcher Frist muss der Lieferant eine Abrechnung erstellen?

Lieferanten müssen sicherstellen, dass der Letztverbraucher die Turnusabrechnung (zum Beispiel die Jahresabrechnung) spätestens sechs Wochen nach Beendigung des abzurechnenden Zeitraums und die Schlussrechnung spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses erhält.

Gesetzliche Grundlage: § 40 Abs. 4 EnWG

Wann muss die Strom- bzw. Gasrechnung bezahlt werden?

Bei Grundversorgungsverträgen sind grundsätzlich die gesetzlichen Regelungen der StromGVV bzw. GasGVV zu beachten:

Rechnungen und Abschläge sind zu dem vom Energielieferanten angegebenen Zeitpunkt, frühestens jedoch zwei Wochen nach Zugang der Zahlungsaufforderung fällig.

Die Fälligkeit für die Zahlung von Strom- bzw. Gasrechnungen bei Energielieferverträgen außerhalb der Grundversorgung richtet sich nach den speziellen Regelungen des Vertrags.

Gesetzliche Grundlage: §§ 17 Abs. 1 Satz 1 StromGVV und GasGVV

Wie müssen Abschlagzahlungen berechnet werden?

Abschlagszahlungen dürfen nicht zu hoch angesetzt werden.

Sie müssen sich an Ihrem tatsächlichen Verbrauch in der vergangenen Abrechnungsperiode orientieren und dementsprechend berechnet werden.
Das hat das OLG Düsseldorf in einem Urteil bestätigt (Az I-20 U 136/14, Urteil vom 16.12.2014).

Grundversorgungskunden

Wenn der Verbrauch für mehrere Monate abgerechnet wird, kann der Grundversorger für die nach der letzten Abrechnung verbrauchte Elektrizität bzw. Gas eine Abschlagszahlung verlangen.

Die Abschlagszahlung muss anteilig für den Zeitraum der Abschlagszahlung (z.B. monatlich) entsprechend dem Verbrauch im zuletzt abgerechneten Zeitraum (z.B. Jahresendabrechnung) berechnet werden. Wenn eine solche Berechnung nicht möglich ist, wird die Abschlagszahlung nach dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Kunden festgelegt. Können Sie jedoch glaubhaft beweisen, dass Ihr Verbrauch erheblich geringer ist, dann muss dies angemessen berücksichtigt werden.

Tipp: Um einen geringeren Verbrauch beim Grundversorger glaubhaft zu machen, sollten Sie die konkreten Umstände (z.B. Auszug von Familienmitgliedern, Anschaffung sparsamerer Verbrauchsgeräte usw.) schriftlich mitteilen.

Zu viel gezahlte Abschläge

Ergibt sich bei der Abrechnung, dass zu hohe Abschlagszahlungen verlangt wurden, muss der zu viel gezahlte Betrag unverzüglich erstattet werden. Spätestens mit der nächsten Abschlagsforderung kann er auch verrechnet werden.

Nach Beendigung des Versorgungsverhältnisses sind zu viel gezahlte Abschläge ebenfalls unverzüglich zu erstatten.

Gesetzliche Grundlage: Abschlagszahlungen in der Grundversorgung sind in § 13 StromGVV und § 13 GasGVV geregelt.

Kunden außerhalb der Grundversorgung

Für diese Verträge gibt es keine gesetzliche Regelung.

Die meisten Energielieferanten regeln die Abschlagsberechnung in ihren AGB.

Viele übernehmen dabei die Regelung der Grundversorgung (s.o. StromGVV bzw. GasGVV).
Einige Lieferanten legen allerdings auch abweichende Bedingungen fest. Ob diese überhaupt rechtmäßig sind, muss im Einzelfall geprüft werden. Diese Überprüfung müssen letztendlich allerdings die Zivilgerichte vornehmen.

Wann und wie kann ich die Energierechnung beanstanden?

In der Grundversorgung

Kunden können Einwände gegen Rechnungen und Abschlagsberechnungen gegenüber dem Grundversorger geltend machen.
Zum Zahlungsaufschub oder zur Zahlungsverweigerung berechtigen diese Einwände allerdings nur dann, wenn

  • die ernsthafte Möglichkeit eines offensichtlichen Fehlers besteht

    oder

  • der in der Rechnung angegebene Verbrauch ohne ersichtlichen Grund mehr als doppelt so hoch wie der vergleichbare Verbrauch im vorherigen Abrechnungszeitraum ist und der Kunde eine Nachprüfung der Messeinrichtung verlangt.

Andere Energielieferverträge

Für Verträge außerhalb der Grundversorgung sind die Regelungen des Vertrages zu beachten.

Gesetzliche Grundlage: §§ 17 Abs. 1 Satz 1 StromGVV und GasGVV

Wann muss ich eine Vorauszahlung für die Energielieferung leisten?

Eine Vorauszahlung wird nicht vor Beginn der Lieferung fällig.

Die Fälligkeit bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem der Gläubiger (Energieversorger) eine Leistung (Zahlung) verlangen kann. Grundsätzlich kann der Gläubiger nach dem allgemeinen Zivilrecht die Leistung sofort verlangen und der Schuldner hat sie sofort zu leisten (vgl. § 271 Absatz 1 BGB), wenn nicht durch Gesetz oder Vertrag etwas Abweichendes bestimmt ist.

Mit § 41 Abs. 2 Satz 4 EnWG ist etwas Abweichendes festgelegt, nämlich dass die Leistung/Vorauszahlung nicht vor Beginn der Lieferung verlangt werden kann. Solange ein Lieferant die Belieferung nicht aufgenommen hat, müssen Sie als Haushaltskunde also keine Vorauskasse zahlen.

Unabhängig von dieser Regelung rät Ihnen die Bundesnetzagentur, Angebote mit Vorauskasse-Forderungen immer genau zu prüfen. Denn im Fall einer Insolvenz des Energielieferanten können die im Voraus geleisteten Zahlungen in der Regel nicht zurückgefordert werden.

Gesetzliche Grundlage: § 41 Abs. 2 Satz 4 EnWG

Wo kann ich mehr über Zahlungsmöglichkeiten herausfinden?

Der Energielieferant muss Ihnen als Haushaltskunde vor Vertragsschluss verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbieten.

Diese Regelung gilt für alle Haushaltskunden in der Grundversorgung, aber auch für die Kunden außerhalb der Grundversorgung.
Das Gesetz schreibt jedoch nicht vor, welche Zahlungsmöglichkeiten anzubieten sind.

Bitte kontaktieren Sie daher Ihren Lieferanten und lassen sich über die angebotenen Zahlungsmöglichkeiten informieren oder lesen Sie die AGB genau durch.

Gesetzliche Grundlage: § 41 Abs. 2 S. 1 EnWG

Wie errechnen sich die Kilowattstunden auf der Gasrechnung aus verbrauchten Kubikmetern?

Erdgas ist ein Naturprodukt, dessen Energiegehalt von mehreren Faktoren abhängt und im Gegensatz zu Strom Schwankungen unterliegt. Die Gastemperatur und der Gasdruck sind weitere Einflüsse, die bei Ihrer Gasabrechnung über die Zustandszahl berücksichtigt werden müssen.

Ihr Gaszähler zeigt nicht die Kilowattstunden (kWh), sondern die verbrauchten Kubikmeter (m3) Gas an.

Die verbrauchten Kilowattstunden (kWh) für Ihre Rechnung werden dann so errechnet:

kWh = verbrauchte Kubikmeter Gas (m3) x Brennwert x Zustandszahl

Anzahl der Kubikmeter mit dem Brennwert des Gases und der Zustandszahl multipliziert ergibt die verbrauchten Kilowattstunden.

Verbrauch

Die verbrauchte Erdgasmenge wird – wie bei jedem gasförmigen Stoff – in Volumeneinheiten angeben. Bei Erdgas ist dies meist Kubikmeter (m3).

Brennwert

Der Brennwert steht für die Wärme- bzw. Energiemenge, die bei der Verbrennung des Gases und der anschließenden Abkühlung der Abgase (Kondensationswärme) freigesetzt wird. Für die Abrechnung wird aus den gemessenen Einspeisebrennwerten des Abrechnungszeitraums ein Durchschnittsbrennwert ermittelt. Der örtliche Netzbetreiber muss den aktuell geltenden Brennwert für jeden Monat (zum 10. des Folgemonats) veröffentlichen. Sie können daher monatsscharf Ihren Brennwert nachvollziehen.

Angegeben wird der Gas-Brennwert in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m3).

Der Brennwert hängt von der genauen Gas-Zusammensetzung ab. Beispielsweise haben Butan und Propan einen wesentlich höheren Brennwert als Methan, das den größten Volumenanteil des Erdgas-Gemischs ausmacht. Der Brennwert ist geringer, wenn das Gasgemisch einen hohen Anteil reaktionsschwacher Inertgase wie Kohlendioxid und Stickstoff aufweist.

L-Gas hat einen Brennwert zwischen 8,4 bis ca. 11,2 kWh/m3, während das in Deutschland überwiegend gelieferte H-Gas auf ca. 10 bis 13,1 kWh/m3 kommt.

Zustandszahl

Die Zustandszahl beschreibt das Verhältnis des Gasvolumens im Normzustand (Temperatur: 0 Grad Celsius, Luftdruck: 1.013,25 mbar) zum Betriebszustand (Temperatur an der Abnahmestelle und Luftdruck je nach Höhenlage).

Wenn Sie Fragen zum Brennwert, zur Zustandszahl oder zu Ihrer Gasrechnung haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Lieferanten oder den Netzbetreiber.

Details zu Abgaben und Umlagen

EEG-Umlage

Entwicklung der EEG-Umlage (2011-2021) Entwicklung der EEG-Umlage (2011-2021)

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert.

Betreiber von Erneuerbare Energien-Anlagen, die Strom in das Netz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten dafür eine festgelegte Vergütung. Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) verkaufen den eingespeisten Strom an der Strombörse. Da die Preise, die an der Börse erzielt werden, unter den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen liegen, wird den ÜNB der Differenzbetrag erstattet.

Alternativ kann der produzierte Strom direkt vermarktet werden. Über das Marktprämienmodell wird der Unterschied des an der Börse erzielten Preises und der Einspeisevergütung durch eine Marktprämie ausgeglichen. Um einen Wechsel möglichst vieler EEG-Anlagen in die Direktvermarktung anzureizen, wird zusätzlich eine Managementprämie gezahlt.

In anderen Worten: Die Auszahlungen an die EE-Anlagenbetreiber übersteigen die Einnahmen aus dem Verkauf der Strommengen teilweise um ein Vielfaches. Dieser Differenzbetrag wird durch die EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher umgelegt.

Grundsätzlich müssen alle Stromverbraucher die EEG-Umlage bezahlen. Sie ist Teil des Strompreises.

Einfluss auf die Höhe der EEG–Umlage haben:

* Die Liquiditätsreserve soll unerwartet hohe Vergütungszahlungen wegen nicht vorhersehbarer Effekte (z.B. aufgrund eines besonders sonnenreichen Jahres) und die Saisonalität des EEG-Kontostandverlaufs abbilden.

Die EEG-Umlage ist nicht für alle Stromverbraucher gleich hoch:

  • Es gibt Sonderregelungen für stromkostenintensive Unternehmen, die bestimmten Branchen angehören müssen und bei denen der Anteil der Stromkosten an der Wertschöpfung besonders hoch ist. Diese Unternehmen können auf Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Ermäßigung der EEG-Umlage erhalten, wenn ihr Strombezug 1 GWh pro Jahr übersteigt. § 64 EEG
  • Schienenbahnen erhalten gem. § 65 EEG ebenfalls auf Antrag beim BAFA eine Reduktion ihrer EEG-Umlage-Zahlungen, wenn sie mindestens 2 GWh Strom pro Jahr verbrauchen.
  • Eigenversorger müssen unter bestimmten Voraussetzungen auf den selbstverbrauchten Strom EEG-Umlage an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber abführen. § 61 EEG
    Weitere Informationen finden Sie hier.

Konzessionsabgabe

Gemeinden erhalten von Energie-Netzbetreibern eine Konzessionsabgabe (KA) als Gegenleistung für die Benutzung der öffentlichen Straßen und Wege zur Verlegung von Strom- und Gasleitungen.

Die Höhe ist in der Konzessionsabgabenverordnung (KAV) geregelt und richtet sich nach Ihrem Energieliefervertrag und teilweise auch nach der Einwohnerzahl der Gemeinde.

Die KA-Sätze finden Sie in § 2 KAV.

KWKG-Umlage

Entwicklung der KWKG-Umlage bzw. des KWK-Aufschlags

Die KWKG-Umlage ist Teil des Strompreises und wird auf die Netzentgelte aufgeschlagen.

KWK-Anlagen erzeugen in einem Verbrennungsprozess gleichzeitig Strom und Wärme.

Mit der KWKG-Umlage wird die Erzeugung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gefördert. Der Stromnetzbetreiber zahlt für den so erzeugten Strom einen Zuschlag an den Anlagenbetreiber. Auf Basis des derzeit gültigen Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) beträgt die Umlage für Letztverbraucher mit einem Verbrauch unter 1 Mio. kWh/Jahr (= nichtprivilegierte Letztverbräuche) die in der Grafik angegebenen Werte.

§ 19 StromNEV-Umlage

Nach § 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) haben bestimmte Letztverbraucher die Möglichkeit, vom örtlichen Netzbetreiber niedrigere individuelle Netzentgelte zu erhalten.

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) müssen den örtlichen Netzbetreibern die durch diese niedrigeren Entgelte entgangenen Erlöse erstatten. Die ÜNB gleichen die Zahlungen für diese entgangenen Erlöse untereinander aus und errechnen einen Aufschlag auf die Netzentgelte, der als Umlage auf alle Letztverbraucher umgelegt wird.

Diese Umlage beträgt für Haushaltskunden, also Letztverbraucher der Kategorie A (unter 1 Mio. kWh Jahresverbrauch)
JahrUmlage in ct/kWh
20210,432
20200,358
20190,305
20180,370

Die Vorschriften zu individuellen Netzentgelten privilegieren Letztverbraucher, die aufgrund ihres besonderen Verbrauchsverhaltens einen individuellen Beitrag zur Senkung bzw. Vermeidung von Netzkosten erbringen. Dabei wird zwischen atypischen und stromintensiven Netznutzern unterschieden:

  • Atypische Netznutzung liegt vor, wenn die Spitzenlast in lastschwache Nebenzeiten verlagert wird.
  • Stromintensive Nutzer zeichnen sich durch einen gleichmäßigen und dauerhaft hohen Strombezug aus.

Nachdem es - zuletzt im Oktober 2015 und April 2016 - Gerichtsentscheidungen gab, die die Grundlage für die Umlagen nach § 19 StromNEV in Zweifel gezogen haben, hat der Deutsche Bundestag am 23. Juni 2016 ein Gesetz verabschiedet, das eine gesicherte Ermächtigungsgrundlage für die Umlage herstellt. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass daher die Umlage rechtmäßig erhoben wird und wurde.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite netztransparenz.de der ÜNB.

Offshore-Netzumlage

Die Offshore-Netzumlage (bisher Offshore-Haftungsumlage) ist seit 2013 ein Bestandteil des Strompreises für Letztverbraucher. Sie wird als gesonderter Betrag auf der Stromrechnung ausgewiesen.

Die Umlage wurde wegen möglicher Entschädigungszahlungen an Betreiber von Offshore-Windparks eingeführt, die für den verspäteten Anschluss an das Übertragungsnetz an Land oder wegen lang andauernder Netzunterbrechungen zu zahlen sind. Seit dem 1. Januar 2019 enthält die Umlage auch die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Anbindungsleitungen, die dann nicht mehr in den Netzentgelten enthalten sind.

Die Umlage wird von den betroffenen Übertragungsnetzbetreibern (TenneT TSO GmbH und 50Hertz Transmission GmbH) auf Grundlage von § 17f Abs. 5 EnWG ermittelt.

Offshore-Umlage 2020 und im Vorjahr in ct/kWh
Letztverbraucher Gruppe A (Haushaltskunden)
Strommengen von Letztverbrauchern für die jeweils ersten 1 Mio. kWh pro Jahr und Abnahmestelle
20200,416
20190,416

Weitere Informationen stellen die Übertragungsnetzbetreiber auf ihrer Internetseite www.netztransparenz.de zur Verfügung.

Umlage für abschaltbare Lasten

Entwicklung der Abschaltbare Lasten-Umlage

Mit der Umlage für abschaltbare Lasten werden Vergütungszahlungen der Übertragungsnetzbetreiber an Anbieter von sogenannter "Abschaltleistung" ausgeglichen.

Anbieter von Abschaltleistung sind z.B. Industriebetriebe, die für einen vereinbarten Zeitraum oder auch kurzfristig auf die Lieferung von Strom verzichten können, wenn im Stromnetz gerade nicht genügend Strom vorhanden ist. Die ÜNB gleichen ihre Zahlungen untereinander aus und legen den Betrag auf alle Letztverbraucher um. Ziel ist eine bessere Netzstabilität und damit eine höhere Versorgungssicherheit.

Die Umlage wird einmal jährlich neu festgelegt und zum 1. Januar angepasst.

Die Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten (AbLaV) ist seit 2013 in Kraft.
Sie wurde im Sommer 2016 in einer novellierten Form für den Zeitraum 1. Oktober 2016 bis 1. Juli 2022 verlängert. Gesetzlich festgeschrieben ist diese Umlage in § 18 der Verordnung über abschaltbare Lasten. Dieser Paragraph tritt allerdings erst am 1. Juli 2023 außer Kraft.